Zum Thema #Tempolimit habe ich eine klare Haltung: Es ist sinnvoll, 120km/h auf Autobahnen, genauso wie 30km/h in Innenstädten.

Allerdings aus unterschiedlichen Gründen: 120 auf Autobahnen spart real CO2 ein. 30 in der Innenstadt tut das nicht (ein Verbrenner mit 30 gibt mehr CO2 ab als mit 50). Die Innenstädte müssen aber für den Fußgänger und Radverkehr sicherer werden und sowieso von KFZ befreit werden. Deswegen dort trotzdem: Tempo 30! #autokorrektur

@pikarl Was aber leider zu wenig bis nicht diskutiert wird: Es gibt hier ein klares Durchsetzungsdefizit. In meiner Stadt ist praktisch alles abseits von Hauptstraßen bereits T30. Gefahren wird i.d.R. 40 km/h. Auf T50 Straßen ein ähnliches Bild - 50 km/h sind eher Richtwert. Ein ähnliches Bild zeigt sich übrigens bei der Durchsetzung der Parkregeln. Und da liegt m.E.n. der Hund begraben: Um eine Stadt wirklich autoarm zu machen, muss man Angebote schaffen (klar), aber vor allem das selbstverständliche Auto zu etwas nervigem, einem Klotz am Bein machen, dass man wirklich nur nutzt, wenn es Sinn ergibt.

@cweickhmann bei uns im Ort steht ein T30-Blitzer. Der setzt ganz gut durch (stimme dir aber zu - daran hapert es vielerorts).

@pikarl Na, da gibt's ja gerade zu den fest installierten Geräten Ergebnisse, die zeigen, dass 100 m vorher schneller gefahren wird und 50 m dahinter ebenfalls. :-/

@cweickhmann klar. Wir bräuchten vermutlich empfindlichere oder sogar drakonische Strafen.

@pikarl Glaube ich nicht. Einige dürften gern höher liegen. Aber was nützt's, wenn z.B. Überholen mit nicht ausreichendem Abstand mit 30€ belegt ist (z.B. <1,5m beim überholen Fahrrädern), es aber so gut wie nie überprüft wird. Und selbst wenn man Anzeige erstattet, die Anzeige im Müll landet (ja, ich weiß, heißt natürlich 'Verfahren eingestellt').
Ich habe via Twitter erfahren, dass irgendein Polizeirevier in Sachsen (?) tatsächlich an einigen Stellen Markierungen auf die Straße gemacht und gefilmt hat und jeden rausgezogen hat, der dort zu knapp überholt hat, ein Knöllchen verpasst hat.
Aber das macht halt eins aus 100 PPs (hier PP Südhessen definitiv nicht ^^) und dann natürlich vielleicht einmal im Jahr.

Bleibe dabei, das Problem ist die Durchsetzung -- und das ist kein triviales Problem. Aber es wäre ja schonmal was, wenn es nicht x Voraussetzungen zum Aufstellen eines Blitzers bräuchte und wenn man sich mal um ernsthafte, technische Lösungen bemühen würde. Parktickets gibt's in NL z.B. automatisiert. Da patroullieren kamerabewehrte Pkw des Amts/Polizei.

@cweickhmann ich frage mich, ob die Schweiz als Vorbild taugt. Da sind schon wenige km/h recht teuer, bei gravierenden Verstößen wird schon mal das Auto direkt an der Unfallstelle konfisziert. Die paar Male, die ich dort gefahren bin, wirkte der Verkehr sehr gezügelt verglichen mit Deutschland. Die FahrerInnen halten sich recht genau an die Limits.

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@pikarl Ja, das ist auch meine Erfahrung. Dasselbe mittlerweile übrigens in Frankreich. Dort wurden in den 00er Jahren nach sehr hohen Unfallzahlen die Tempolimits auf Autobahnen ziemlich konsequent überprüft und recht prompt Strafen verteilt.

In D höre ich leider immer noch sowas wie "naja, die fahren ja nicht viel zu schnell", wenn es T30 ist und die Hälfte so bei 35 oder mehr gemessen wird. Knöllchen gibt's wegen allg. Toleranzen ja ohnehin erst ab einigen km/h drüber.

Das geht so weit, dass teilweise diese Infotafeln, ähm, seltsam eingestellt sind. Hier gibt's nen Kindergarten/Spielplatz bei T30, vor dem so eine Radarmesstelle mit LED-Tafel steht. Die zeigte bis zu meiner Beschwerde bis 33 km/h einen Daumen hoch. Begründung des Amts: Naja, bis +10% sei's ja noch kein Knöllchen. Und da liegt, glaube ich, der Unterschied z.B. zur Schweiz.

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