Was bedeutet eigentlich Bürokratieabbau?
Das hier überzeugt mich nicht wirklich:
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/buerokratieabbau.html
Die Einzelmaßnahmen sind sinnvoll, aber halt nur Einzelmaßnahmen.
Das Hauptproblem von Verwaltung ist doch, dass sie fast nur regelbasiert arbeitet, nur selten zielorientiert.
@isAutonomous Aber das ist halt die Natur von Verwaltungen, die auf Regelwerken basieren. Art 20 GG. Und schon irgendwie ziemlich wichtig.
@cweickhmann Klar, Regeln sind wichtig. Aber was bringen Regeln, wenn sie nicht helfen das Ziel zu erreichen. Regeln sind kein Selbstzweck.
Was glaubst du, wie viel Unsinn ich hier gesehen habe, und die Verwaltung hinterher gesagt hat, sie habe alle Gesetze/Regeln eingehalten. Nur halt der Sinn der Aktion wurde nicht erreicht. Z.B. Verbesserung für Radfahrer im Kreisverkehr.
@isAutonomous Schon klar. Aber dann sind die Regeln Müll, nicht das Prinzip, regelbasiert zu entscheiden.
Das war jetzt etwas Metakritik. Aber worauf ich hinaus will ist: Ich höre das immer wieder "Zielorientiert, nicht stur nach Regeln". Aber wenn man dann fragt, wie das konkret implementiert werden soll, wird's schwammig. Und letztlich gibt's dann zwei Möglichkeiten: Willkür oder man bohrt das dicke Brett und räumt die Regeln auf. Neben dem historischen Ballast taucht dabei aber oft auf, dass es den Regelwust an vielen Stellen durchaus mit Grund gibt.
@cweickhmann Ich sehe das etwas anders. Man kann nicht für jedes mögliche Ereignis der Welt eine eigene Regel machen. Die Gesetze lassen schon die Freiheit, sie auszulegen. Das wird halt zu selten gemacht. Es fehlt meiner Ansicht nach an der entsprechenden Arbeits- und Fehlerkulturkultur in vielen Verwaltungen.
@isAutonomous Dann sind wir uns im Prinzip einig. Ich würde halt behaupten: Regeln, die zu eng gefasst sind, um sich auslegen zu lassen, oder gar widersprechen, sind schlechte Regeln. Aber ich hoffe, wir sind uns einig, dass es nicht im Kern das Prinzip "Regeln" ist, sondern ihre Qualität und Kohärenz.
Aber auch zur Regelauslegung gehört Wissen, Erfahrung und Standing. Nicht selten wird in Verwaltungen nach Schema F hantiert und gar nicht über Auslegung nachgedacht.
@cweickhmann Ja, auch jeden Fall. Ohne Regeln kann eine Gesellschaft nicht funktionieren.
Regeln bedeuten für mich aber nicht, dass man sich darauf ausruhen kann. Man sollte mit den Regeln die beste Lösung suchen und finden um das Ziel zu erreichen. Und diese Herangehensweise (Arbeitskultur) fehlt mir noch zu oft.
@isAutonomous Ja, wobei's mir gar nicht so sehr um die Existenz der Regeln als um deren Öffentlichkeit und Zugänglichkeit geht.
Kann ich die Regeln einsehen, kann ich (zumindest im Prinzip) das Verhalten einer staatlichen Stelle vorhersagen. Und das ist der Casus Knacktus meines Kommentares ganz oben.
Ich denke, als ITler weißt du wahrscheinlich genauer als ich, was regelbasierte Systeme tun und welche Rolle die Qualität der Regeln dabei spielt ;-)
@isAutonomous Nicht in Gänze. Aber in einer Struktur, die Regeln nur abarbeitet und nicht weiter interpretiert, dürften sich die Auswirkungen ähneln.
@isAutonomous
Wir verstehen uns 🥳
@cweickhmann In Verwaltungen schon. Das ist genau das Problem.