Immer mehr Länder bringen eine Zerschlagung von Tech-Konzernen ins Spiel. Damit entsteht eine Chance, die genutzt werden sollte. https://taz.de/Macht-der-Konzerne/!5969396/
@tazgetroete Die Aufspaltung von Großkonzernen macht nichts besser sondern nur schlechter. Was es bringt, sind mehr Großkonzerne, die zwar nicht mehr ganz so groß sind, aber immer noch sehr mächtig.
Viel besser wäre es, diese Großkonzerne mehr zu regulieren, Kartelle zu unterbinden und den Wettbewerb am Leben zu halten.
@isAutonomous Da würde ich dir ein bisschen zustimmen und ein bisschen vehement widersprechen:
Wenn du an ein Beispiel wie die Zerschlagung von Bell im Telekomsektor in regionale Unternehmen denkst, würde ich sagen: ja, denn da hat man aus einem bundesweiten Monopol viele regionale Monopole gemacht und nicht viel gewonnen.
Aber im Bereich der Tech-Konzerne spielt die regionale Ausrichtung keine Rolle. Wichtiger sind hier Aspekte der Interoperabilität: Wenn der Handy-OS-Hersteller auch gleich den Browser diktiert, und wenn Meta Daten aus mehreren Apps zusammenführt, ist das erstens ein Marktproblem (andere Browser haben keine Chance, siehe M$ Internetverwurster) und ein Datenschutzproblem. Eine Aufspaltung würde hier tatsächlich helfen: Google ist nicht nur Android, Chrome und Suchmaschine; sie sind vor allem neben Meta vielleicht der größte Werbeanbieter. Die Marktmacht, die alles zusammen bringt, ist enorm. Jetzt stelle dir vor, du hättest nicht nur 4+ Ex-Googles, sondern im Werbemarkt auch noch die Ex-Werbeabteilung von Meta.
Oder die Cloudanbieter-Abteilungen von GAFA wären nicht mit ihren Mutterkonzernen verbunden.
Es würde schon helfen.
Eine Lösung der Gesamtproblematik "Mono- oder Oligopolisierungstendenz von Richdudes" wäre es nicht. Da braucht es Überwachung und regelmäßiges, frühzeitiges und beherztes Eingreifen. Da stimme ich dir zu.
@tazgetroete
@cweickhmann
Hm, ich weiß nicht. Wo genau zieht man die Grenze? Nur bei der Werbung? Oder muss dann Apple auch die Hardware von seinen Betriebssystemen trennen? Die sind ja noch größer und intransparenter. Dürfen Werbeanbieter dann von sich aus keine anderen Produkte entwickeln? Ich glaube nicht, dass man sowas sinnvoll geregelt bekommt.
@tazgetroete
@isAutonomous
Das für sich wäre ja für Marktjunkies pures Coke, aber was Amazon wiederholt macht, ist erstere aus dem Markt zu drängen und dann die Preise anzuheben. Von einem funktionierenden Markt kann man also nicht sprechen.
@isAutonomous
Ja. Wenn ein Akteur *zu* mächtig wird *und* seine Marktmacht missbraucht, ist der aufzulösen. Das sieht das Kartellrecht auch genauso vor. Und dabei ist egal, ob der zwei Jahre später das Internet und Smartphones verschläft, und Zune veröffentlicht.
Aber wie gesagt, das schließt deinen Absatz absolut nicht aus. Beides ist notwendig.
@tazgetroete
@cweickhmann
Ich verstehe was du meinst. Aber das mit dem Punkt "Marktmacht missbrauchen" ist sehr schwer nachzuweisen.
Wenn überhaupt, ich glaube immer noch, dass das es mit der Marktmacht eher Apple (Face-Video-Dingens und Messages, die nur auf Applegeräten funktionieren) nachzuweisen ist, als Google.
Aber sonst sind wir, glaube ich, recht ähnlicher Meinung. 😊
@tazgetroete
@isAutonomous
Hmm, "schwer nachzuweisen" und "Kartellbehörde strukturell unterauagestattet" sind fast synonym. 😉
@tazgetroete
@cweickhmann @tazgetroete Man kann natürlich Einzelfallentscheidungen machen. Allerdings glaube ich nicht, dass sowas wirklich gerichtsfest funktionieren würde.
Bei Amazon liegt es in der Natur der Sache, dass eine Plattform die Mehrheit anzieht. Ich halte es für sinnvoller, das Verhalten der Marktteilnehmer zu regulieren, als einzelne aufzuspalten. Da und bei der Besteuerung sehe ich Bedarf.
Wenn Aufspaltung: Ein paar Jahre später ist eine andere Firma führend. Dann wieder aufspalten?