Hintergrund: Führerschein - Debatte über neue europäische Regeln für ältere Autofahrer
Wow, oh, wow, was für ein grauenhafter Bericht. Prämisse vom Start weg: die Forderung nach regelmäßigen Gesundheitschecks würde alle Senioren von der Mobilität ausschließen. Ganz langsam pirscht sich der Bericht an die Faktenlage heran: trotz deutlich weniger Personenkilometern verursachen Senioren erstaunlich viele Unfälle.
Dann das Zitat des Fahrlehrers, dass der Nachweis ab einem gewissen Alter ja Altersdiskriminierung sei. Mal abgesehen davon, dass es evidenzbasiert ist, geht es hier ja nicht um einen generellen Entzug sondern um regelmäßige Überprüfung. Der Prostatacheck kommt auch nicht mit 20.
Aber weiter sagt er: Warum müssten Jüngere ihre Eignung nicht nachweisen? Und da hat der Recht! Sollten sie müssen.
Was alle zu vergessen scheinen: Der Lappen heißt "Fahrerlaubnis". Die ist nicht gottgegeben, sondern an Auflagen geknüpft. In Doitschland scheint man das einfach zu verdrängen.
@cweickhmann @SheDrivesMobility Mein Onkel ist 85, auf einem Auge Netzhautprobleme. Das Auto ist regelmäßig in der Werkstatt, weil er irgendwo dran fährt und er hat sogar schon mal einen Fahrradfahrer angefahren. Trotzdem hat ihm weder die Polizei noch der Richter den Führerschein weggenommen. Die Gesetze sind viel zu lasch !
@DanyWho Ja, das klingt stark nach den Fällen, die meine Frau aus dem Strafrecht erzählt hat. Es wäre ja zumindest möglich, nach einem ersten (oder vielleicht dem zweiten) Vorfall eine Untersuchung anzuordnen.
Nun erzählte mir aber neulich mein Vermieter, dass er seinen Vater dazu überreden wolle, seinen Führerschein freiwillig abzugeben (Demenz). Trotz der offensichtlichen Probleme hat der Augenarzt des Vaters aber tauglich in irgendein relevantes Dokument reingeschrieben. Ich kenne die Details nicht, aber auch bei meinem Großvater kam kein Arzt auf die Idee, das medizinisch angezeigte auch offiziell aufzuschreiben.
Es sind nicht nur die Gesetze -- die sind da eigentlich recht klar. Da ist ne Menge #Motornormativität in den Köpfen der Verantwortlichen und offenbar eine große Bereitschaft wegzuschauen. @SheDrivesMobility
@DanyWho
Naja, es ist ja nicht so, dass es binär ist. Das fiese an Demez ist, dass die schleichend anfängt und sehr unspezifische Symptome hat. Sie wird dann irgendwann schon diagnostiziert. Wann hängt aber von vielen Faktoren ab. Schon die familiäre und soziale Einbindung macht da wahnsinnig viel aus.
Für die allgemeinere, im OP genannte Problematik ist das mEn gar nicht so wichtig. Denn eine routinemäßige Überprüfung würde solche Fälle erkennen - sofern die Konsequenz (der Führerschein ist dann ggf. weg) auch wirklich gezogen wird.
Ich könnte wetten, dass dann - und wahrscheinlich auch *erst* dann - die Mobilitätsangebote jenseits des Autos für Senioren kommen werden.
Denn das ist ja auch ein Henne-Ei-Problem: solange der Großteil der Senioren - fähig oder nicht - auf eigene Faust mit dem Auto rumfährt, lohnt sich der Stadtbus nicht. Und solange der sich nicht lohnt, gibt es ihn nicht und man ist als Senior "auf's Auto angewiesen™️".
@SheDrivesMobility